Wenn sich ein Schauspieler etwas in den Kopf gesetzt hat, dann ist er nur schwer davon abzubringen. Zumal wenn es sich um einen Hollywood-Star handelt.

40 000 Dollar - und damit mehr als das Fünffache des Neupreises - bot Action-Held Sylvester Stallone vor drei Jahren dem Finder seines Lieblingsfüllers, der ihm abhanden gekommen war. Stallone vermisste ein Stück, das es nur 100mal auf der Welt gibt: einen Montegrappa Golden Dragon aus dem Jahr 1995. Hohe Summen für edle Federn sind beileibe keine Seltenheit. Allerdings entwickeln sich längst nicht alle Schreibgeräte auch zur lohnenden Geldanlage, nur wenige Kreationen steigen tatsächlich nachhaltig im Wert. Wer auf Rendite spekuliert, muss also die richtige Auswahl treffen.

Prominentes Beispiel ist die Edition Lorenzo di Medici aus dem Hamburger Haus Montblanc. 2500 Mark kostete 1992 ein Exemplar des achteckigen Füllers in Sterlingsilber. In den ersten drei, vier Jahren fast ein Ladenhüter, zog die Nachfrage dann aber an, in der Spitze bezahlten Liebhaber für das begehrte Schreibutensil sogar über 15 000 Mark. Heute hat sich der Preis der edlen Feder bei etwa 10 000 Mark eingependelt.

Beim Bremer Fachhändler Axel K. Hübener ist der Lorenzo di Medici nur einer von mehreren hundert hochwertigen Füllern, die er im Souterrain seines Geschäfts zusammengetragen hat. Der geschmackvoll ausgeleuchtete Ausstellungsraum ist eine Schatzkammer. Hübener kennt die Szene wie kaum ein anderer. "Es gibt zwei Arten von Sammlern", sagt er. "Den spekulierenden Sammler, der sich eine Wertanlage zulegt. Und es gibt den Liebhaber schöner Dinge, der seine Schreibgeräte auch benutzen möchte."

Die besten Stücke legen sich Füllerfans gleich in den Safe Die raren Füllfederhalter bekommt man in ausgesuchten Fachgeschäften, auf Sammlerbörsen oder Auktionen und in jüngster Zeit sogar im Internet (www.scription.de, www.penbid.com oder www.penpoint.de). Wer mit seiner Feder auch Gewinne schreiben will, sollte allerdings eine wichtige Regel beachten.

So rät Experte Hübener, das Objekt der Begierde ungeöffnet zu bewahren. Was aber soll sich der Füller-Fan in den Safe legen? Die Kreationen von Montblanc - Markenzeichen: ein stilisierter schneebedeckter Gipfel auf der Füllerkappe -, den in Deutschland bekannten, guten alten Pelikan oder die Schreibgeräte italienischer Hersteller wie Montegrappa, Visconti oder Aurora?

Es muss nicht immer nur ein Klassiker sein, sagen Experten wie Fachhändler Hübener. Bei den bekannten Marken seien zwar die Preise gesichert, der mögliche Wertzuwachs aber sei begrenzt. Neuheiten dagegen versprechen weitaus mehr Spannung. Wie Musik in den Ohren ist für Axel Hübener zum Beispiel ein Exemplar der Marke Aurora. Dem Modell Verdi - in Silber oder vergoldet - sagt er eine große Zukunft voraus: Verkauft wird das Gerät nämlich zusammen mit einer Musik-CD in einer geschmackvollen Holzkiste. Kreationen wie dieser räumen die Experten denn auch gute Chancen ein, den Wert in absehbarer Zeit zu verdoppeln. Auch Füller der Manufakturen Parker oder Tibaldi, sagt Tom Westerich, Gründer der Fachzeitschrift PenPlus, seien immer eine Überlegung wert.