Bei einer Aktionärsversammlung der Daimler-Benz AG im Jahr 1993 wurden Sie von Saaldienern hinausgeworfen. Warum?

Weil Herr Kopper, der Aufsichtsratsvorsitzende und Versammlungsleiter, ausgerastet ist. Den ganzen Tag lang hat er die Leute reden lassen, und als es, gegen Abend, aus seiner Sicht knapp zu werden drohte, hat er die Redezeit auf fünf Minuten begrenzt. Ich war damit nicht einverstanden - also hat er mir das Mikrofon abgedreht. Als ich trotzdem weiterredete, ließ er seine Gorillas eine Drohkulisse aufbauen, die geriet dann außer Kontrolle.

Was wollten Sie Hilmar Kopper denn fragen?

Es ging um seine dilettantische Handhabung der Fusion zwischen Daimler-Benz und der Mercedes-Holding. Die Mercedes-Aktie notierte damals 25 Prozent unter dem Daimler-Kurs, obwohl sie de facto eine indirekt gehaltene Daimler-Aktie war. Auf diese gigantische Vermögensvernichtung hatte ich mehrfach hingewiesen. Erst Monate später wurden die Mercedes-Aktien im Verhältnis 1 : 1 eingetauscht.

Was hat Sie daran gestört?

Dass sich einige Leute in aller Ruhe darauf einstellen konnten. Etwa Herr Steinkühler von der IG Metall, der im Aufsichtsrat von Daimler-Benz saß und sich rechtzeitig mit Mercedes-Aktien eindeckte. Auch am Markt gab es Leute, die darauf spekulierten. Der Vorstand sah sich genötigt, seine Entscheidung vorzuverlegen. Doch Kopper beging die Dummheit, die Fusion mitten in den laufenden Börsenhandel hinein bekannt zu geben - mit der Folge, dass Verkaufslimite, die noch im Markt standen, abgeräumt wurden. Leute, die eine Minute lang ihre Limite nicht verfolgt hatten, wurden glatt abrasiert.

Teilweise gingen ihnen Millionenbeträge verloren. Dazu wollte ich Kopper unangenehme Fragen stellen. Ich kam nicht dazu.