1989: Die CDU Hessen erhält angeblich ein Vermächtnis von rund 3,9 Millionen Mark.

1991: Der Frankfurter CDU-Kreisverband verzeichnet 3,5 Millionen Mark Schulden. Grund ist unter anderem der teure Kommunalwahlkampf des Jahres 1989. Ebenfalls 1991 werden die Schulden durch Zuwendungen aus einem weiteren "Vermächtnis" an die Hessen-CDU getilgt. Die Höhe dieses "Vermächtnisses" betrug 5,5 Millionen Mark.

1996: Die CDU Hessen erhält ein drit- tes "Vermächtnis", diesmal in Höhe von 3,5 Millionen Mark. Damit wird abermals der Frankfurter Kreisverband saniert, dessen Schuldenstand erneut 3,5 Millionen Mark erreicht hat. Grund hierfür sind die Kampagnen zu den Kommunalwah- len 1993 und der Oberbürgermeister- wahl 1995.

8. Dezember 1999: Der frühere Landesschatzmeister der CDU Prinz Casimir zu Sayn-Wittgenstein sagt, er "vermute die Vermächtnisgeber in Kreisen deutschstämmiger jüdischer Emigranten".

16. Dezember: Strafanzeige gegen den Wirtschaftsprüfer der CDU Horst Weyrauch und gegen den früheren Schatzmeister der CDU Hessen Prinz Casimir zu Sayn-Wittgenstein. Die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen erstattet Anzeige "wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche".

2. Januar 2000: Herbert Müller, hessischer CDU-Generalsekretär, räumt ein, die CDU habe 1998 einen privaten Kredit des Prinzen Wittgenstein in Höhe von 1,5 Millionen Mark über ein Sonderkonto erhalten. Nach Angaben der Partei floss das Geld in den Landtagswahlkampf, aus dem Roland Koch als Sieger hervorging.

10. Januar: Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft nimmt Vorermittlungen gegen die hessische CDU auf. Ministerpräsident Roland Koch kündigt an, nach einer Frist von sieben Tagen über die Herkunft der 15 Millionen Mark aus den "Vermächtnissen" und "privaten Krediten" weiter informieren zu wollen.