Hoch her geht's an der Küste Kenias, auf der Insel Lamu, wo ein Ehrenmann dem anderen zur Begrüßung gleich zweimal kräftig die Hand drückte, und zwar mitten ins Gesicht. Infolgedessen blutend auf den Strand sank der 52jährige Münchner Josef Brunlehner, Betreiber einer Discothek, die ihrem Nachbarn, dem Welfenprinzen Ernst August von Hannover, ganz offenbar ein Dorn im Ohr war.

Heiße Geschichte, von dpa aufs schönste kolportiert, und sie findet ihren Höhepunkt in den Spitznamen der zugereisten Boxer. So werde Josef Brunlehner in Kenia "Mombasa Joe" genannt, der Prinz von Hannover hingegen "Gottes Faust". Spitznamen sind Nachrichten, das weiß die Boulevardpresse genauso gut und schiebt noch welche nach. Bei Bild tritt "Mombasa Joe" in den Adelsstand "König der Südküste", während Ernst August - immerhin Chef des ältesten deutschen Herrscherhauses, Urenkel von Wilhelm II. und Neffe der englischen Königin - zum schlichten "Haugust" deklassiert wird.