Nun jaulen sie wieder. Alle die liebwerten Männer, die es, natürlich im Interesse der Frau, nicht hinnehmen mögen, dass durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes auch deutsche Frauen demnächst "Dienst mit der Waffe" leisten können. In Amerika, Kanada, Frankreich oder England ist das schon lange Usus. Nur in Deutschland waren Damen lediglich in den bekanntlich femininen Disziplinen wie dem Sanitätsdienst (mit Häubchen) oder bei der Musikkapelle (mit Röckchen) zugelassen. Und nun, dank der Klage einer jungen Frau, die darauf besteht, Elektronikerin bei der Bundeswehr zu werden: der Albtraum von der Frau mit dem Schießeisen in der Hand. Was im Kino noch seinen kleinen Kitzel hat, soll aus dem Ernstfall des Lebens doch bitte rausgehalten werden.

Für diejenigen unter den Besorgnisträgern, die den Damen mit dem Hinweis auf die weibliche Konstitution und Psyche schreckliche Einbrüche und Demütigungen ersparen wollen, sei auf die lange Geschichte der wehrfähigen und treffsicheren Frau hingewiesen. Sie beginnt mit den Amazonen und hat gerade beim Biathlon-Weltcup eine Bestätigung auch ohne bellikose Absichten erfahren. Zehn Schuss, zehn Treffer, das war die Bilanz der Siegerin, und im Fernsehen wurde man Zeuge, dass es kein Zögern oder Zittern gab. Für Männer, deren Hauptsorge der Verlust an Weiblichkeit ist, sei hinzugefügt, dass heute, anders als noch bei den Amazonen, die Entfernung eines sekundären Geschlechtsmerkmals keine Berufsvoraussetzung mehr ist für Schützinnen.

Wir wären auch selbst darauf gekommen, aber mit Adorno hört sich alles immer etwas netter an: "Der weibliche Charakter und das Ideal der Weiblichkeit, nachdem er modelliert ist, sind Produkte der männlichen Gesellschaft". Eben.