Wollte man ein Porträt über einen ganz bestimmten Politiker drehen, müsste es den Titel unseres Films tragen. Und tatsächlich: Es geht darin unter anderem auch um Politik, um ihre schmutzigen Seiten, um Geldgier und Gewalt, Größenwahn und Zynismus.

Mit besagtem Politiker hatte das freilich überhaupt nichts zu tun der dürfte zum Zeitpunkt des Drehs vermutlich nicht einmal geahnt haben, was später aus ihm werden würde.

Doch zurück zum Film: Der beginnt scheinbar banal, fast amüsant. Ein Streit auf offener Straße, ein Wortgefecht, eine alltägliche Szene, fast im Vorbeigehen - doch was sich dann explosionsartig daraus entwickelt, nimmt einem die Luft zum Atmen, löst Angst und Entsetzen aus. Ein Albtraum zwischen gestern und heute, ein Kampf auf Leben und Tod, dessen verborgene Gesetze der Held wider Willen - und mit ihm der Zuschauer - erst unter Qualen nach und nach entschlüsseln kann. Und als er am Ende entkommen ist, bleibt nichts, an das er sich halten könnte. Keine Liebe, kein Vertrauen, nicht einmal Tränen.

Ein Thriller, eine beunruhigende Gesellschaftsstudie und vor allem ein Charakterporträt von Menschen, die Täter sind oder Opfer und fast immer in jedem Moment zu beidem fähig wären - das alles ist dieser Film. Der Regisseur zeigte sich hier auf der Höhe seines Könnens. Wie auch in anderen Filmen, die er in seiner Wahlheimat gedreht hat, entlarvte er deren Schattenseiten hinter der Fassade mit kühlem, manchmal fast dokumentarisch anmutendem Blick. Auch ein früheres Werk hatte übrigens schon vom Hauptdarsteller des Films und dessen Gespür für Außenseiter profitiert: einem Darsteller mit einer ganz eigenen Aura von Einsamkeit, die er immer wieder in den unterschiedlichsten Rollen einbringen konnte, vom kleinen Ganoven bis zum großen Einzelgänger.

Wie heißt der Film?

Auflösung aus Nr. 3: Cry Freedom (Schrei nach Freiheit) von Richard Attenborough entstand 1987, fünf Jahre nach Gandhi. Der Film erzählt die Geschichte des schwarzen Freiheitskämpfers Steven Biko (Denzel Washington), der 1977 in Südafrika ermordet wurde, und seines weißen Freundes Donald Woods (Kevin Kline).