Einst wurde Volker Schlöndorff engagiert, dem Studio Babelsberg eine postsozialistische Zukunft zu sichern. Er hatte kein Glück, am wenigsten mit seiner eigenen Produktion Der Unhold. Das Fernsehen übernahm die Hallen, von Kino war kaum noch die Rede. Jetzt, Jahre nach Schlöndorffs Abgang, entsteht in Babelsberg und Umgebung tatsächlich genau das Projekt, von dem die regionalen Filmpolitiker immer geträumt haben: Das aufwändige Stalingrad-Epos Enemy at the Gates von Jean-Jacques Annaud ist mit einem Budget von 180 Millionen Mark der teuerste je in Europa (geschweige denn Deutschland) produzierte Film. Ein großer Happen, fast unvorstellbar groß. So glaubt jedenfalls die angeschlossene Öffentlichkeitsarbeit und hilft mit einem Vergleich aus: "Das ist fast 5mal so viel wie Petersens Das Boot, 10mal so viel wie Vilsmaiers Marlene und 50mal so viel wie Deutschlands Exportschlager Lola rennt." Seit Montag wird gedreht. Anfang 2001 soll der Exportschlager Stalingrad in die Kinos kommen.