Bisweilen liegt der feine Unterschied in der Formulierung. "Mercedes-Benz und Smart melden Rekorde für 1999", ließen die DaimlerChrysler-Bosse gerade anlässlich der Detroiter Motor-Show verkünden. "Im abgelaufenen Kalenderjahr setzte das Unternehmen weltweit insgesamt über 1,08 Millionen Fahrzeuge beider Pkw-Marken ab. Davon entfielen auf Mercedes-Benz knapp über eine Million und auf Smart 80 000 Fahrzeuge." Damit, so schien es, war tatsächlich die magische Zahl von 80 000 bunten Zweisitzern unters Volk gebracht worden.

Doch der Knackpunkt liegt im Wörtchen "abgesetzt". Dieses beinhaltet nämlich sowohl Fahrzeuge, die zugelassen, als auch solche, die zunächst nur bei den Händlern zwischengeparkt wurden und ihren Kunden erst noch finden müssen. Wie die Verhältnisse an der Verkaufsfront wirklich liegen, machen jetzt die Zahlen des Verbands der europäischen Automobilhersteller (ACEA) deutlich.

Danach wurden in Westeuropa im Jahr 1999 exakt 68 825 Smarts zugelassen.

Bleiben also gut 11 000 Flitzer übrig, die wohl noch in den Smart-Glastürmen auf einen Abnehmer warten. Und da der Smart bislang nur in Europa offiziell verkauft wird - von der Hand voll Exemplare, die nach Japan verschifft wurden, einmal abgesehen -, dürfte die Zahl der Wahrheit ziemlich nahe kommen.

Angesichts der Diskrepanz wird der neue Smart-Chef Andreas Renschler alle Hände voll zu tun haben, um es auf die für das Jahr 2000 anvisierte Stückzahl von 100 000 Verkäufen zu bringen. Ein neuer Trend könnte dem wackeren Schwaben dabei allerdings zu Hilfe kommen. Nachdem der kleine Zweisitzer in Vergleichstests mit "normalen" Viersitzern reihenweise durchfällt - eben weil er zwei Personen weniger Platz bietet -, regen sich zunehmend Smart-Fans über diese Benachteiligung auf. Die Sympathien, das zeigen die Leserbriefe in den Fachmagazinen, liegen dabei immer mehr aufseiten den Winzlings aus dem Hause DaimlerChrysler. Zudem erhöht im März das Smart-Cabrio den Spaßfaktor. Gute Voraussetzungen auf dem Weg zum Kultauto.