Ihrem mit leichter Häme durchsetzten Artikel entnehme ich, dass ich kurzfristig "eine gewisse Bekanntheit" durch meinen Umzug in den Berliner Stadtteil Friedrichshain erlangt habe.

Seltsam: Nach elf Jahren Bundestag, nach zweimaliger Spitzenkandidatur für die schleswig-holsteinische SPD zu den Bundestagswahlen, nach zweieinhalbjähriger Tätigkeit als Pressesprecherin für die Bundes-SPD und nunmehr fünfzehnmonatigem Wirken als Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesinnenministerium hatte ich mich in der Annahme gewiegt, ich hätte Publicity-Manöver dieser Art nicht mehr nötig. Ihr Artikel hat mich eines Besseren belehrt ...

Im Ernst: Es stimmt zwar, dass meine Entscheidung für meinen Berliner Wohnsitz für einige Wochen durch einige Medien geisterte. Weil einige Journalisten nun mal den Spiegel gelesen hatten und mit kleinen Storys nachzogen. Im Allgemeinen aber äußere ich mich öffentlich zu meinen Fachbereichen Asylund Ausländerpolitik, Staatsangehörigkeitsreform, Rechtsextremismus, Innere Sicherheit et cetera. Sie sehen also: Ich leide nicht am ungestillten Drang, endlich mal - und sei es über den Zuzug nach Friedrichshain - in die Öffentlichkeit zu kommen.

Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast, Parl. Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Berlin