die zeit: Warum macht sich Frankreich für die Bekämpfung des Treibhauseffekts stark?

Dominique Voynet: Weil sich Europa beim Klimagipfel in Kyoto dazu verpflichtet hat, seine CO2-Emissionen bis 2010 um acht Prozent zu reduzieren. Die meisten Maßnahmen machen aber nur Sinn, wenn sie europaweit durchgesetzt werden. Deshalb wird Frankreich das Thema ganz oben auf seine Agenda setzen, wenn wir von Juli an die EU-Präsidentschaft übernehmen.

zeit: Wie wichtig ist Ihnen dabei ein europäisches Tempolimit?

Voynet: Es ist eine wichtige, aber nicht die wichtigste Frage. Die meisten Fahrten in Europa sind von kurzer Distanz, mit geringem Tempo. Wir benutzen dafür aber Autos, die 160 und schneller fahren. Sie verbrauchen viel und verschmutzen die Luft. Das ist etwa so, als ob man mit einem Kleinlaster zum Einkaufen fährt. Diese Absurdität wollen wir beenden.

zeit: Wie wollen Sie Deutschland davon überzeugen?

Voynet: Ich kann die Deutschen nicht zu ihrem Glück zwingen. Autos werden heute für einen internationalen Markt gebaut. Und weil es in Deutschland kein allgemeines Tempolimit gibt, werden in Europa Autos vermarktet, die mit einer Geschwindigkeit fahren können, die in den übrigen Ländern verboten ist. Darum tritt Frankreich für ein EU-Tempolimit ein.

zeit: Welche Methode bevorzugen Sie dabei: automatische Tempobegrenzer oder Warnton?