Sie lächeln verschmitzt oder lachen, dass die obere Zahnreihe blitzt: die peruanische Wäscherin, der smarte Borsalinoträger aus Italien oder die Südafrikanerin in Stammestracht. Gesichter aus aller Welt strahlen den Betrachter von den Titelseiten der 39 Länderhefte an, die der Ammerlander Studienkreis für Tourismus und Entwicklung seit 25 Jahren in der Reihe SympathieMagazine herausgibt.

Am Anfang stand die Idee, die bis heute trägt: Hefte zu einzelnen Länderschwerpunkten wollen Reisende für fremde Menschen und Kulturen sensibilisieren. Kundige Hintergrundinformationen sollen die Klischees von exotischen Paradiesen revidieren und für Tiefenschärfe sorgen, sodass gegenseitiges Verständnis an die Stelle von Stolz und Vorurteil tritt. Das Konzept zeigte seine Wirkung. Mit einer Gesamtauflage von fast fünf Millionen Exemplaren erreicht die Publikation nicht nur die Kunden nahmhafter Reiseveranstalter, sondern wird auch in Schulen und der Erwachsenenbildung eingesetzt.

Für das Motto zum 25-jährigen Jahrestag machten die Blattmacher eine Anleihe bei dem portugiesischen Dichter Fernando Pessoa. "Ah, daß ich nicht alle Menschen und überall bin" heißt das Zitat aus dem Buch der Unruhe, das der Jubiläumsausgabe Tourismus verstehen als Leitmotiv dient. Hinter aller Doppeldeutigkeit soll es die Bedeutung eines jeden Einzelnen herausstreichen, ohne dessen Engagement und Verantwortungsgefühl der Tourismus Gefahr läuft, zu einem postkolonialen Raubzug zu verkommen.

Deshalb schmückt anstelle eines lächelnden Porträtfotos ein starkes "ich" den Einband des Geburtstagsheftes, in dem renommierte Journalisten die Sonnen- und Schattenseiten des Reisens ausleuchten, Resümees ziehen und Prognosen wagen. Historische Exkurse wie die "Erfolgsstory" der Pauschalreise oder die "Tourismuskritik im Wandel der Zeit" liefern Daten und Fakten aus einer boomenden Freizeitbranche, die allein in Deutschland 2,5 Millionen Menschen beschäftigt. Ob Kritisches zu Center Parks oder Essayistisches über die Wege einer neuen Reisekultur: Stets bewahren die Autoren den Respekt für andere Kulturen, aber riskieren zum Amüsement des Lesers auch mal ein paar ironische Seitenhiebe: "Lassen Sie sich nicht durch andere Sitten und Gebräuche verunsichern. Tragen Sie Ihre kurzen Hosen." Ein Sammlerstück für die Wissensdurstigen unter den Fernwehkranken ist dieses kleine Vademekum aus Ammerland.

Tourismus verstehen kann gegen Voreinsendung eines Verrechnungsschecks über 6,50 DM beim Studienkreis für Tourismus und Entwicklung, 82541 Ammerland, bezogen werden