Eine Amsterdamer Stiftung will an den drei wichtigsten Lebensstationen des als Reichstagsbrandstifters verurteilten Marinus van der Lubbe Gedenksteine aufstellen. Am Grab des Maurers und Anarchisten in Leipzig wurde bereits vor einem Jahr eine Gedenktafel enthüllt, auf der die letzte Strophe eines seiner Gedichte eingraviert ist (ZEIT Nr. 11/99). Seit Februar vergangenen Jahres steht ein zweiter Stein (mit der ersten Strophe) vor van der Lubbes Geburtshaus in Leiden. Nur Berlin will nicht an die Tat erinnern, weil sie von Hitler benutzt worden sei, um seine Diktatur auszubauen. "Nirgendwo im öffentlichen Raum von Berlin wollen wir so einen Stein, der doch eine Würdigung einer zweifelhaften Tat bedeutet", hat die Stiftung nach eigenen Angaben von einem Vertreter des Senats zu hören bekommen. Am 27. Februar soll der Stein trotzdem vor dem Reichstag platziert werden.