So lernen wir nebenher auch Robinson Crusoe als einen Prototyp der Moderne kennen, erfahren etwas über die heimliche Verwandtschaft zwischen Laubenkolonie und Kolonialismus und über die Obsessionen des Leipziger Arztes Daniel Schreber. Der berüchtigte Pädagoge war übrigens keineswegs der Vater des nach ihm benannten Gartens: Genüsslich werden die vielen Legenden um Schreber ausgebreitet.

Mit den ausgewerteten Quellen ließen sich leicht mehrere Bücher füllen. So sehr scheint es, hat sich der Autor in den sieben langen Jahren des Recherchierens und Schreibens in die Welt des Schrebergartens versenkt, dass ihm zuweilen der rote Faden zu entgleiten droht. Freilich sollte dieses Manko niemanden von der Lektüre abhalten - es winkt reicher Lohn.

Hartwig Stein: Inseln im Häusermeer

Eine Kulturgeschichte des deutschen Kleingartenwesens bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs

Verlag Peter Lang, Frankfurt a. M.

758 S., 168,- DM