Eine 20 Jahre alte Geschichte könnte nun doch ihr Happy End finden. Es begann im Jahr 1980: Da gründete der amerikanische Erfinder Bill von Meister den Home Music Store. Seine simpel klingende Idee: Statt Schallplatten im Laden zu kaufen, sollte der Musikfreund Songs in Studioqualität per Satellit oder Kabel direkt ins Haus bekommen, wo er sie dann auf Tonbänder und Kassetten aufnehmen könnte. Dazu hätten die großen Plattenfirmen ihre Aufnahmen an den Home Music Store schicken müssen, der sie digitalisieren und kodieren wollte. Beim Empfänger sollte wiederum ein Dekoder stehen, der die Musik hörbar machte. 9,95 Dollar pro Monat sollte der Home Music Store kosten, das elektronische Kästchen nicht mitgerechnet.

Die Sache ging schief, weil Plattenhändler und Radiostationen eine furiose Kampagne gegen das neue Distributionsmodell starteten, in der das Ende der Musikindustrie sowie das Ende aller Kultur in schauerlichen Farben gemalt wurden. Unter diesem Druck zog Warner Brothers, damals das zweitgrößte Plattenlabel, seine Finanzierungszusage zurück. Der Home Music Store wurde umgebaut und sollte Videospiele für die Konsolen von Atari und anderen Herstellern verschicken. Aber auch dieses Projekt ging in die Binsen. Erfolgreich wurde die innovative Mannschaft erst, als sie unter dem Namen Quantum Link einen Onlinedienst speziell für Commodore-Computer aufmachte. Später wurde Quantum Link umbenannt - in America Online, kurz AOL.