In den schwarzen Kassen der Politik ist mehr als Geld verschwunden. Geld, ob schwarz oder weiß, wäre nicht das Problem. Geld kann man kaufen, sagt Rainald Goetz, der meistens Recht hat. An die Moral des Geldes hat noch nie jemand geglaubt. Der Moral der Erwachsenen hingegen haben die Jungen vertraut. Dass auf einen Verlass ist, der schon morgens um halb sieben scharf gescheitelt und fleckenfrei bekleidet im Fond eines schweren Wagens Akten studiert, war irgendwie klar wie Kloßbrühe. Oder musste es jedenfalls sein. Denn im Schatten der richtigen Erwachsenen konnte die Popgeneration noch richtig Kind und stolz darauf sein.

Papa ging fleckenfrei in Bonn regieren, Sohnematz schrieb gedankenfreie Bücher über die Internatszeit und die schwere Entscheidung zwischen einer Boss- oder einer Joop-Joppe. Die Unschuld der Großen war die Bedingung der Möglichkeit der Unschuld der Kleinen. Florian Illies, Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung , ist klug genug, seinem neuen Buch Generation Golf einen "Dank an Helmut Kohl" nachzuschicken.

Die Talfahrt vom naiven Götterkind zur Vollwaise des Kohl-Zeitalters ist rasant, wird sich aber im Golf halbwegs bequem erledigen lassen. Ihre Vergangenheit haben die gefallenen Göttersöhne noch vor sich. Jetzt nur nicht sentimentalisch werden.