Frau Merkel, Heiner Geißler hat es ja heute enthüllt: Es gab schwarze Konten bei der CDU. Stimmt das?

Also ich hoffe, dass Heiner Geißler weiß, was er da gesagt hat, und ich verlasse mich auf den Weg, den wir eingeschlagen haben, und Wolfgang Schäuble hat heute Abend mitgeteilt, dass er mit Helmut Kohl übereingekommen ist, dass alle Konten, die von Weyrauch für die CDU geführt wurden, überprüft werden, von einem Wirtschaftsprüfer, und ich glaube, das ist der Weg, den wir gehen müssen, um auch gerade den berechtigten Wünschen der Basis entgegenzukommen, denn Politik und Moral müssen zusammenpassen, sonst geht die Glaubwürdigkeit für Politik verloren. (...)

Also schauen Sie, ich sag's noch mal, wir müssen die Sachverhalte ermitteln, und Glaubwürdigkeit in der Politik heißt eben auch, dass man, wenn etwas falsch gelaufen ist, dazu steht und dies sagt. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass immer wieder irgendwelche Gerüchte Nahrung bekommen und dann auch etwas dahinter ist. Das wollen wir nicht. Und deshalb sage ich - es ist sicherlich keine der angenehmen politischen Aufgaben -, aber es ist eine absolut notwendige Aufgabe, diese Transparenz herzustellen, das möchte Wolfgang Schäuble, das möchte die neue Parteiführung, das ist im Präsidium beschlossen worden, und daran möchte Helmut Kohl mitarbeiten, und das finde ich richtig und vernünftig, ansonsten werden wir den Anliegen unserer 630 000 Mitglieder nicht gerecht.

Aber wird Helmut Kohl nicht doch jetzt ganz langsam zu einer Belastung für seine Partei?

Helmut Kohl hat gesagt - und er ist unser Ehrenvorsitzender -, dass er sich an der Aufklärung dieser Dinge mitbeteiligen will, er will eine lückenlose Aufklärung , so wie wir alle (...). Wenn Fehler gemacht wurden, muss dies klar benannt werden, und ich glaube, dass im Interesse der CDU Deutschland auch Helmut Kohl und alle anderen diesen Weg gehen werden, und ich glaube, es ist der einzige Weg, um Glaubwürdigkeit in der Politik herzustellen, und deshalb hab ich auch keine Sorge, dass dieser Weg sozusagen zu einer Belastung wird, sondern es ist der Weg der Ehrlichkeit, der auch von den Menschen respektiert wird.

Und Sie sind sicher, dass es im Moment keine solchen Konten bei der CDU gibt?

Die neue Parteiführung hat transparente Einnahmen und Ausgaben, dafür können wir einstehen. Und wir werden insgesamt auch die Trennung von Weyrauch und Kapp zum Jahresende vornehmen, damit auch einen neuen Wirtschaftsprüfer uns suchen, einige Dinge auch im Adenauer-Haus machen und darüber selbstverständlich auch in den Gremien berichten.