Stimmt's, dass der Name des Bordcomputers HAL aus "2001 - Odyssee im Weltraum" bewusst von IBM abgeleitet ist, indem jeweils der vorhergehende Buchstabe des Alphabets verwendet wurde? Ute Schuppler und Richard Servus Östringen

Ein Zitat aus dem Roman 2010 - das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen, der Fortsetzung von 2001. Der Autor Arthur C. Clarke war es satt, immer auf diese Legende angesprochen zu werden, und verewigte seine Stellungnahme in literarischer Form. "Glauben Sie mir, es ist reiner Zufall, auch wenn die Chancen dagegen 263 zu 1 sind", schreibt Clarke an anderer Stelle (und lässt uns rätseln, wie er auf diese Primzahl gekommen ist). In seinen ersten Entwürfen sei der Computer noch weiblich gewesen und habe auf den Namen Athena gehört. Erst auf Drängen des Regisseurs Stanley Kubrick sei der schlaue Rechner vermännlicht worden.

Das Gerücht kam bereits kurz nach dem Start des Films im Jahr 1969 auf. Die damals marktbeherrschende IBM trug viel zur Ausstattung des Films bei. Anfangs sollen sogar IBM-Logos auf vielen Kulissenstücken geprangt haben - aber weil sich HAL letztlich als Mörder erweist, hat die Firma angeblich aus Furcht um ihr Image die Schriftzüge entfernen lassen.

Natürlich könnte es auch sein, dass Clarke und Kubrick das für IBM nicht schmeichelhafte Buchstabenspiel im Nachhinein peinlich war und sie sich deshalb eine holprige Alternative aus den Fingern gesogen haben. Das werden wir wohl nie erfahren. IBM jedenfalls ist den beiden nicht böse und lebt nach Clarkes Auskunft inzwischen ganz gut mit der Legende.