die zeit: Herr Bandow, Ihr Ligakonkurrent Borussia Dortmund macht 160 Millionen Mark Umsatz, aber nur 1,6 Millionen Mark Gewinn. Kann man damit an die Börse gehen?

Udo Bandow: Die Zahlen sind natürlich nicht dazu angetan, den Börsengang leichter zu machen. Aber in Deutschland wird zum ersten Mal nachvollzogen, was sonst schon gang und gäbe ist. Es gibt weltweit über 30 Fußball-Unternehmen als Aktiengesellschaften: in Großbritannien, der Schweiz, Dänemark, Italien und den Niederlanden. Einer muss in der Bundesliga den Anfang machen, und da ist Borussia Dortmund schon der richtige Verein.

zeit: Welchen Sinn macht der Börsengang eines Unternehmens, das so sehr vom unwägbaren sportlichen Erfolg abhängig ist?

Bandow: Aus Sicht des Vereins eindeutig die Verbesserung der Eigenkapitalbasis oder die Reduzierung der Fremdmittel.

zeit: Und für die Anleger - außer den emotionalen Gründen?

Bandow: Da sprechen Sie mich als Börsenpräsident an. Es ist eine Aktie sui generis. Für einen börsennotierten Fußball-Wert muss es daher andere Kriterien geben. Die Rendite muss wesentlich höher sein, mindestens 50 Prozent höher als die Rendite von Dax-Werten wie Daimler oder Siemens. Und sie muss höher sein als die für festverzinsliche Wertpapiere.

zeit: Weil das Risiko höher ist?