Vom Geheimnis der alltäglichen Dinge - Gedanken, Betrachtungen und Erfahrungen. Hg. von Johannes Werner it 2172, Insel Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 189 S., 16,80 DM Die Dinge, die wir lieben. Die Dinge, die wir hassen, tückische Dinge. Die Dinge, die wir sinnlos kaufen und sinnlos wegwerfen. Die Dinge, die wir geschenkt bekommen, und die Dinge, die wir wiederfinden, die uns, vielleicht, an ein anderes Leben erinnern, vor langer, langer Zeit ... "Verleugnen wir die Dinge nicht", mahnt Marie Luise Kaschnitz. "Verachtet mir die Dinge nicht!", ruft Johannes R. Becher, und zärtlich, wütend, bewundernd wird der "Krimskrams" (Kracauer), werden Möbel und Töpfe und Knöpfe beschworen. Eine wunderbare Anthologie, nur leider ohne biografische Notiz zu den Autoren, denn über Heinrich Weis oder Johannes Kirschweng, zum Beispiel, hätten wir gern mehr erfahren.

Guido Gozzano: Die drei Talismane - Zaubermärchen a. d. Italienischen von Olaf Posmyk Manholt Verlag, Bremen 1999 102 S., 32,- DM Den kleinen König Dezember kennen wir, dank Axel Hacke. Doch jetzt kommen König Januar und seine Tochter Schneeweißchen. Der Turiner Dichter Guido Gozzano (1883 bis 1916) hat sie sich ausgedacht und noch viele andere wunderliche Gestalten, wie Federschönchen, die Köhlerin, und den armen jungen Dichter Cassandrino und die Gevatterin Pfefferschote. Ein sanft verspielter Stil gibt diesen Märchen ihren Reiz: Etwas von der Ironie des Rokoko, etwas von der Melancholie des Fin de Siècle liegen darin - und, seltsam, manchmal klingt's auch fast schon wie der Sound des Jahres 2000.

Georg Rittschlag: Das Asyl auf dem Felseneiland 162 S., 10,- DM Georg Rittschlag war Georg J. Schlachter (1785 bis 1860), Lehrer in Dessau und fruchtbarer Poet dazu. Von der Originalausgabe seines pittoresken Helgoland-Romans (1840) indes existiert wahrscheinlich nur noch ein einziges Exemplar, in der Staatsbibliothek Dresden. Eckhard Wallmann, Pastor auf Helgoland, hat das Werk jetzt in einem schlicht broschierten Reprint neu herausgebracht - eine rare Mischung aus romantischer Natur- und Freundschaftsschwärmerei, Vormärzstimmung und heftigem Ringen um das wahre Christentum. Nicht nur für alle, die sommers in der Helgoländer Düne mit den Seehunden den Gottesbeweis diskutieren, eine historisch amüsante Lektüre.