Alexander der Große brachte von seinen Kriegszügen fremdländische Pflanzen nach Hause

europäische Siedler nahmen einheimische Gemüse mit nach Nordamerika und schickten amerikanische Pflanzen nach Europa

und schon im 16. Jahrhundert gab es einen französischen "Pflanzenjäger", der in den Ländern des östlichen Mittelmeers nach Arten suchte, die sich in Frankreich kultivieren ließen.

Die Geschichte der Gartenpflanzen bietet über die Jahrtausende hin das Bild unablässigen Austauschs von einem Land zum anderen, von einem Kontinent zum anderen - und manchmal auch wieder zurück. Pflanzenmoden (wie die Tulpomanie) halfen mit, die Ströme anschwellen und abebben zu lassen.

Penelope Hobhouse - eine der großen alten Damen des englischen Gartenwesens - beschreibt in ihrem Buch über Pflanzen in der Gartengeschichte (so der bescheidene und weniger falsche Erwartungen weckende Originaltitel) diese frühe Form der "Globalisierung" als eine Geschichte der Gärten von den Anfängen in Ägypten und im Vorderen Orient bis zur Gegenwart, listet deren Pflanzenbestände auf und erzählt von ihrer Herkunft.

Was die Krieger und die Kaufleute und die Botaniker nach Hause brachten, wurde von den Gärtnern und Pflanzennarren den Gärten eingefügt und weitergezüchtet. Oft beeinflussten die neuen Arten die Gartengestaltung - von Anbeginn immer in der Spannung zwischen formaler Künstlichkeit und mehr oder weniger wilder "Natürlichkeit".

Es ist zweifellos ein großer Gewinn gegenüber den sonst verfügbaren Darstellungen der Gartengeschichte, dass Penelope Hobhouse nicht nur die Gartentypen in ihrer historischen Abfolge skizziert, sondern mit einer überwältigenden Fülle von Informationen über die verwendeten Pflanzen anschauliche und detailreiche Bilder entwirft. Allenthalben begegnen wir Blumen und Bäumen, die auch heute in unseren Gärten zu finden sind. Da grüßt aus dem alten Kreta die Schwertlilie, aus Platons Akademie bei Athen das Geißblatt, und im mittelalterlichen Paradiesgärtchen blühen uns Borretsch, Veilchen und Maiglöckchen.