Der Leser fühlt sich hin- und hergerissen. Einerseits enthält der Beitrag Äußerungen, denen auch der schärfste Gegner der Kernindustrie nicht widersprechen wird. Andererseits ist dokumentiert, wie weit sich Wissenschaftler und Manager von den ungelösten Problemen entfernen, je weiter sie sich "oben" in der Hierarchie befinden, sei es in Firmen oder bei Institutionen. Für sie scheint trivial zu sein, was bei anderen Überlebensängste auslöst. Auch Herr Doucet übernimmt das beliebte Argument, die Kerntechnik sei frei von C02-Emissionen, und ignoriert damit die C02-Produktion der langen Kette vom Uranerzabbau bis zu der Entsorgung der Abfälle und dem Rückbau der KKWs. Er sieht nur die in der Tat geringe Menge an Nuklearabfall und ignoriert deren Brisanz, das heißt, die darin gespeicherte ungeheure Menge an Radioaktivität. Er vergisst zu erwähnen, dass es bis heute weder ein Endlager noch ein nachvollziehbares Konzept für die Endlagerung gibt. Doucet hält Produktionskosten von drei oder gar 2,5 Cent pro Kilowattstunde für erreichbar und meint, auch die nichtnuklearen Energieformen müssten die vollen Kosten ihrer Umweltwirkungen finanzieren.

Die bisherigen massiven staatlichen Hilfen für die Kernindustrie erwähnt er nicht. Das Geheimnis des Autors bleibt, wie die kapitalarmen Entwicklungsländer das gewaltige Kapital zur Nutzung der Kernenergie aufbringen könnten.

Christian Ruhsert Hitzacker