Christian Marquart: Stadt-Konzepte - Planungstheorien zwischen Utopie und Sachzwang Deutsche Verlags- Anstalt, Stuttgart 1999 80 S., 13 Abb., 29,80 DM Stadt ist ja nur ein anderes Wort für Leben. Wer immer über das Städtische schreibt, der fragt danach, wie wir uns als Gesellschaft arrangieren, was uns wichtig ist, das Auto oder die Kinder, das Glück aller oder die parzellierte Heimeligkeit im Einfamilienhaussektor. Christian Marquart stellt viele solcher Fragen, nachdrücklich und nachdenklich zugleich. Zwölf Essays hat er geschrieben über die neue Bahnhofskultur, das Leid mit den Hochhäusern und die Zukunft des Plattenbaus. Komplexe Themen, mit leichter Hand aufbereitet - eine Analyse unseres öffentlichen Lebens, wie man sie so pointiert nur selten findet.

Rem Koolhaas: Delirious New York - Ein retroaktives Manifest für Manhattan Arch + Verlag, Aachen 1999 328 S., 130 Abb., 78,- DM Über 20 Jahre ist es her, dass dieses Buch erstmals erschien, ein entfesselter Text und ein Standardwerk für alle, die sich dem Thema Stadt nähern. Jetzt liegt der Band endlich auch auf Deutsch vor, weitgehend glücklich übersetzt von Fritz Schneider. Nichts hat Koolhaas von seinem Furor verloren. "Die europäische Architektur des 20. Jahrhunderts ist ein Berg von Manifesten ohne Beweis", schreibt er. "New York dagegen ist ein Berg von Beweisen ohne Manifest." In diese Lücke stürzt sich der niederländische Architekt, er entwirft für Manhattan eine Entstehungsgeschichte, in der die Stadt zum Naturschauspiel wird - nicht das Werk der Planer, sondern Ergebnis eines kollektiven Unbewussten. Denn nur, wo sich die Kräfte unkontrolliert stauen, drängen, mischen, so Koolhaas, da entsteht Stadt.