Die Ferienlaune des Familienvaters aus Hamburg schwand schon bei der Ankunft am Flughafen in Alicante. Obwohl sein Sixt-Mietwagen längst in Deutschland bezahlt war, verlangten die Mitarbeiter des örtlichen Sixt-Vertragspartners Sol-Mar-Renta-car 8000 Peseten für eine Tankfüllung.

Er könne den Ford Mondeo dann mit leerem Tank abgeben, hieß es. Eigenes Tanken sei nicht möglich, Sol-Mar-Rent-a-car bestand auf der Zahlung. Der Hamburger und mit ihm eine Gruppe gerade gelandeter Touristen ärgerten sich mächtig über "modernes Raubrittertum und Abzockerei". Der Sixt-Kunde vermutet nicht zu Unrecht, dass die Vermieter auf diesen Schleichwegen ihre Kassen füllen - "niemand liefert schließlich einen völlig leeren Tank ab".

Der Ärger in Alicante ist kein Einzelfall. Es mehren sich die Klagen unzufriedener Mietwagenkunden. Sie stöhnen über defekte Wagen, schmutzige Fahrzeuge und miserablen Service. Immer öfter sind Fahrzeugklassen nicht vor Ort, obwohl sie bestellt waren, ein Glücksspiel ist es, Winterreifen zu bekommen.

Die Zwangsfüllung ist derzeit vor allem in Spanien en vogue. In Italien wird es zur Mode, dass Autovermieter den Gegenwert der Selbstbeteiligung als Kaution einbehalten.

Die Verleiher kehren außerdem zu einer Unsitte zurück und addieren zum Mietpreis immer mehr Gebühren. Firmenkunden in Deutschland zahlen neuerdings eine Zustellgebühr. Die "Service-Gebühr" - ein an Flughäfen und Bahnhöfen erhobener Zuschlag auf die Grundmiete - haben alle Mietwagenfirmen zu Jahresbeginn von 6 auf 12 Prozent verdoppelt. Die Vermieter begründen die Erhöhung mit gestiegenen Provisionsforderungen von Flughäfen und der deutschen Bahn.

Sie müssen sich dabei irgendwie verrechnet haben: Der Flughafen Frankfurt etwa hat seine Forderungen gegenüber den Autovermietern zuletzt 1997 erhöht: um 0,5 Prozent.

Immer wieder für Verdruss sorgen auch die Benzinpreise der Vermieter. Wer sein Auto vor der Rückgabe nicht voll tankt, zahlt derzeit für einen Liter Super Bleifrei zwischen 3,12 Mark (Hertz) und 3,20 Mark (Sixt). Warum so viel? "Das ist der Durchschnittspreis der Mineralölanbieter, ergänzt um eine Serviceprovision", wird bei Hertz der happige Aufschlag begründet.