Das Büro der ZEIT in Moskau erhielt kürzlich den 10. Rundbrief des Propstes der evangelisch-lutherischen Paulus-Gemeinde in Wladiwostok, Manfred Brockmann. Wir zitieren einen Ausschnitt über die wirtschaftliche Situation im fernen Osten Russlands: "Mein Arzt sagte im Dezember: ,Man darf gar nicht an die Zukunft denken.' Nun, das kennen wir, wir leben ja trotzdem noch. Und Telefonkabel werden wegen ihres Kupferwertes immer noch gestohlen. Wenn über der Militärinsel Russkij Ostrow schwarze Rauchwolken gehen, denke ich, da wird Öl verbrannt. ,Nein', sagt mir Dmitrij, ,da verbrennt das Militär die Gummihülle seiner Kabel, um sie besser nach China verkaufen zu können.' Ab und zu kann ich lange nicht nach Chabarowsk telefonieren, weil da die Telefonkabel wieder gestohlen sind. Neulich hatte ich mir einen längst fälligen neuen Schreibtisch ausgesucht. Ich konnte ihn nicht mehr kaufen, weil die Möbelfabrik in Lesosawodsk gerade Pleite machte."

Saure Bücher Die ZEIT-Spendenaktion zur Rettung übersäuerter Druckwerke ist auf gutem Wege. Mit den bisher zugunsten des Deutschen Literaturarchivs in Marbach eingegangenen Leserspenden können zehn Tonnen Bücher vor dem Zerfall bewahrt werden. Das sind immerhin bereits zwei Prozent des Gesamtbestandes. Bleiben 98. Der Kampf geht weiter! Spendenkonto: Deutsches Literaturarchiv Marbach (Stichwort "Saure Bücher"), Konto 90-705, Postbank Stuttgart (BLZ 600 100 70).

Online in Davos Ab Donnerstag versammeln sich rund 40 Staats- und Regierungschefs, 1000 Wirtschaftsführer sowie mehrere Nobelpreisträger zum Jahrestreffen des World Economic Forum in Davos. Nur wenige Wochen nach dem desaströsen Welthandelsgipfel in Seattle steht die Globalisierung auch in den Schweizer Bergen wieder in der Kritik. Grund genug für die ZEIT im Internet, das Forum mit Hintergründen, Debatten und Links zu begleiten. Täglich berichten ZEIT-Redakteure von dem, was ihnen in Davos auffällt. Nur am Sonntag nicht unbedingt. Das ist beim Forum traditionell der Sporttag. Ski heil.