Alfons Kaufhold,Pfarrer von Maria Himmelfahrt, Oggersheim

Ehrenwort, Schwur, Eid - wenn man's richtig katholisch denkt, ist das kein Unterschied. Es geht doch um die Beziehung zwischen Mensch und Gott. Und darum, dass der Mensch ein Abbild Gottes ist. Was ich einem Menschen sage, sage ich Gott. Wenn ich einen Menschen beleidige, beleidige ich Gott. Wenn ich einem Menschen untreu bin, bin ich Gott untreu.

Natürlich ist das persönliche Gewissen eines jeden Menschen seine letzte Instanz. Und da kann es Gewissenskonflikte geben: dass mir das Gewissen etwas anderes sagt als das Gesetz. Aber das Gewissen muss sich auch an objektiven Normen messen lassen. Ich muss es schulen. Und da sehen wir doch, dass die Normierungen heute nicht mehr ganz in der Mitte sind. Dass die Gesellschaft die Schwerpunkte verlagert hat, dass es eine andere Einstellung gibt zum Eigentum des anderen und zur Wahrheit. Aber es geht unmöglich, dass ich sag: Ich mach's, wie ich will!

Andererseits kann es sein, dass ich in einem Augenblick nicht die ganze Situation gesehen habe, nicht alle Konsequenzen.

Ich nehm schon an, dass der Helmut das abwägt. Ich glaub nicht, dass ihn das alles ruhig lässt. Wenn man ihn so im Fernsehen sieht, sieht man doch die Angst und Ohnmacht. Und nicht die Souveränität, die von einem ruhigen Gewissen kommt.

Ich versteh bei der ganzen Sache nur nicht, warum die Spender sich nicht selbst zu erkennen geben. Sie hätten's in der Hand!

Joseph Saunders,23, Exgangmitglied aus Chicago