Eine Jubiläumsfeier nach nur fünfjähriger Existenz - das zeugt von Selbstbewusstsein, besonders dann, wenn der Jubilar in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt ist, wie das Gütersloher Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Denn bis heute ist diese Gemeinschaftseinrichtung von Bertelsmann-Stiftung und Deutscher Rektorenkonferenz nur denen ein Begriff, die die Hoffnung auf eine Reform der Universitäten nicht aufgeben wollen. Genau dies hat das CHE allerorten in Angriff genommen: eine Erneuerung und Anpassung der Hochschulen an die Erfordernisse der Gegenwart.

Mit dem Erfolg und der Allgegenwart des CHE bei Uni-Reformprojekten in ganz Deutschland hat es zu tun, dass viele seine Aktivitäten mit Misstrauen beäugen. Vor allem der Name Bertelsmann löst politische Urängste aus. Will hier ein privater Medienkonzern die Kontrolle über Bildung und Ausbildung übernehmen? Einmal abgesehen von der Tatsache, dass man ein Unternehmen nicht mit seiner Stiftung verwechseln sollte - ein Stück Wahrheit enthält der Vorwurf. Längst nämlich hat sich das CHE jener Aufgaben angenommen, die eigentlich der Staat wahrnehmen sollte. Es agiert als heimliches Bildungsministerium für eine Politik, die in Hochschulfragen schon vor Jahrzehnten die Verantwortung abgegeben hat.

Zum Konzept des CHE gehört, dass es nach Beendigung seiner Arbeit - der Schaffung moderner Universitäten also - aufgelöst wird. Aber bei allem Vertrauen in die Reformkräfte dieser Einrichtung - da kann es gut noch ein zehnjähriges Jubiläum geben.