Oft müssen wir in diesen schweren Tagen und Wochen an Robert Schwan denken. Was hat dieser Mann nicht alles erreicht: Präsident beim FC Bayern, Schatzmeister unter Beckenbauer, Aufsichtsrat für Hertha. Schwan, die Fußballlegende. Nun wollte er den Bettel hinwerfen. Angeblich hat ihn keiner mehr um Rat gefragt. Was relativ unverständlich ist, weil es bekanntlich nur zwei intelligente Menschen hierzulande gibt, und zwar "Schwan am Vormittag sowie Schwan am Nachmittag" (Zitat: Robert Schwan). Was wäre Hertha ohne Schwan?, fragt besorgt die Berliner Presse. Wir möchten aus Hamburger Sicht ergänzen: Was wäre dieses Land ohne Schwan? Um die Frage noch leserkompatibler zu gestalten: Schwanenloses Deutschland, quo vadis?

Als Schwans Nachfolger ist Rupert Scholz im Gespräch, Professor für Staatsrecht, seinerzeit von Bundestrainer Kohl als Rechtsaußenverteidigungsminister verpflichtet. "Terrier Scholz" nannten ihn die Fans, wegen seiner unnachahmlichen Art, sich in die Waden seiner Staatssekretäre zu verbeißen. Sein Spiel war schnörkellos, von dunklen Tricks ist aus der Ära Scholz nichts bekannt, Ehrenwort!

Dürfen wir ausnahmsweise einen Vergleich zwischen Fußball und Politik ziehen? Parteifreund Schreiber hat dazu das Nötige beigesteuert. In Zwangslagen, erzählte er dem stern , heißt es schlicht und einfach Ruhe bewahren. Sein Beispiel ist die Maus, die, von der Katze verfolgt, sich in den Stall flüchtet und die Kuh um Hilfe bittet. Die Kuh deckt die Maus mit einem Fladen zu, nur das Mäuseschwänzchen ragt noch hervor. Das sieht die Katze, packt die Maus und frisst sie. Moral: Nicht jeder, der dich bescheißt, ist dein Feind. Nicht jeder, der dich aus der Scheiße zieht, ist dein Freund. Aber wenn man schon in der Scheiße steckt, sollte man wenigstens den Schwanz einziehen.

Schwan, wünschen wir von dieser Stelle, jetzt nicht die Nerven verlieren. No pasaran. Doch Schwan, droben auf seinem Berg in Kitzbühel, schweigt. Schwans Schweigen sagt alles.