die zeit: Herr Böge, seit fast zwei Jahren ist der deutsche Strommarkt liberalisiert. Haben Sie schon Ihren Lieferanten gewechselt?

Ulf Böge: Nein, ich gehöre wohl zu den eher konservativen Käufern. Außerdem: Für solche Dinge muss man Zeit haben. Und ehrlich gesagt, die hat mir bisher gefehlt.

zeit: Damit sind Sie in guter Gesellschaft. Bisher hat höchstens ein Prozent der Haushalte den Stromlieferanten gewechselt, eine eher magere Bilanz.

Böge: Das liegt sicher daran, dass es bisher noch an der nötigen Markttransparenz fehlt. Es gab auch einige Hemmnisse, beispielsweise die Diskussion über einen zusätzlichen teuren Zähler. Offenbar warten deshalb die meisten erst einmal ab.

zeit: Neue Anbieter beschweren sich , dass sie für den Zugang zum Stromnetz durchschnittlich elf Pfennig bezahlen müssen. Ist diese Gebühr, die die ehemaligen Monopolisten kassieren, nicht ein bisschen hoch?

Böge: Nun, sie ist in den Endverbrauchspreisen enthalten. Und die sind heute niedriger als vor zwei Jahren. Trotzdem glaube ich, dass wir eine Netzzugangsverordnung brauchen, in der die Preise für die Leitungsbenutzung geregelt werden - und zwar europaweit.

zeit: Also sind Sie zufrieden mit dem Wettbewerb?