Die IFB kann als Satellitenorganisation der Milli Görü– gelten, der größten vom türkischen Staat unabhängigen islamischen Gemeinschaft in Deutschland. Die schillernde Vereinigung hat in den vergangenen zehn Jahren ein Netz aus Moscheen, Sozialeinrichtungen und Geschäftverbindungen geknüpft. Ihre wichtigste Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, denen sie Koranstunden, Nachhilfeunterricht und Feriencamps anbietet. Da sie seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird, tritt die Milli Görü– oft verdeckt in Erscheinung, auch in Berlin. Zwar leugnen sowohl IFB als auch Milli Görü– ihre engen Bindungen, doch sprechen die vielfältigen personellen und organisatorischen Überschneidungen für sich.

Wird es künftig eine fundamentalistische Indoktrination muslimischer Kinder in Berlin geben? Bislang konnten weder die Schulbehörde noch der Verfassungsschutz der Islamischen Föderation konkrete Verfehlungen nachweisen. Seit Jahren betreibt sie in Berlin eine muslimische Grundschule, ohne dass die Behörden etwas auszusetzen hätten. Formal korrekt wird es auch im Religionsunterricht zugehen, den die IFB erst einmal in einigen wenigen Schulen anbieten will. Niemand kann zur Teilnahme an den Religionsstunden gezwungen werden. Viele Berliner Eltern werden ihre Kinder vermutlich nicht zum Unterricht anmelden, denn die Föderation vertritt nur einen Teil der muslimischen Bevölkerung. Andere religiöse Gruppen werden nachziehen. Ein Antrag des konservativen Verbandes islamischer Kulturzentren liegt bereits vor, einer Gruppierung, die bei liberalen Türken ebenso auf Ablehnung stößt.

Aber selbst wer die ganze Richtung verdächtig findet - es hilft nichts; an diesen islamischen Gruppen kommt man in Zukunft nicht mehr völlig vorbei. Gerade wenn der Berliner Senat nach einer Gesetzesänderung den muslimischen Religionsunterricht unter seiner Regie organisiert, schafft er das nicht allein. Er braucht Ansprechpartner. Die Frommen stehen bereit, in Berlin wie anderswo.