Da ertappte mich doch letztens ein Kollege dabei, wie ich genüsslich den Aluverschluss meines Lieblingsjogurts ableckte. "Solltest du besser bleiben lassen, die sind mit Antibiotika behandelt", riet er mir. Meine Frage nun: Darf ich gefahrlos weiter lecken? Gernot Starke, Köln

Dürfen Sie. Antibiotika, Konservierungsstoffe, lösliches Gift aus dem Aludeckel - vor all diesen Substanzen müssen Sie beim Genuss Ihres Jogurts keine Angst haben. Es ist nämlich ein Irrglaube, dass die Hersteller eine Substanz, die sie dem Lebensmittel selbst nicht hinzufügen dürfen, über die Verpackung einschleusen könnten. Verpackungen, die direkt mit dem Lebensmittel in Berührung kommen, sind so genannte Bedarfsgegenstände und fallen damit unter das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG). Im Paragrafen 31 dieses Gesetzes heißt es (ich kürze ein wenig): "Es ist verboten, Gegenstände als Bedarfsgegenstände so zu verwenden, dass von ihnen Stoffe auf Lebensmittel oder deren Oberfläche übergehen, ausgenommen gesundheitlich, geruchlich und geschmacklich unbedenkliche Anteile, die technisch unvermeidbar sind." In der Bedarfsgegenständeverordnung werden dann noch für einige Stoffe Grenzwerte festgelegt. Klar ist jedoch: Eine Beschichtung mit Antibiotika wäre gesundheitlich höchst bedenklich. Und technisch unvermeidbar wäre sie schon gar nicht.