Walker Percy: Der Kinogeher Roman Deutsch von Peter Handke BS 903 Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1998 213 S., 24,80 DM Lassen wir uns durch die serbischen Irrungen Peter Handkes nicht irritieren, er ist und bleibt ein wunderbarer Dichter (unten mehr) und entdeckerischer Übersetzer, zum Beispiel von Emmanuel Bove, Gustav Janus und ebendieses seltsamen Heiligen aus dem katholischen Süden der USA, Walker Percy, dessen ersten Roman Handke übersetzt hat, vielleicht deshalb, weil Jack Bolling, d ieser Taugenichts aus New Orleans, mit aufgerissenen Augen (wie manchmal Handke) durch die schöne Welt läuft, die Frauen und das Kino liebt und die Stunde der wahren Empfindung sucht. "Ihr Hintern ist so schön, dass meine Augen sich mit Tränen der Dankbarkeit füllten ..."

Peter Handke: Am Felsfenster morgens (und andere Ortszeiten 1982-1987) dtv, München 2000 541 S., 27,50 DM Handkes vierter Journal-Band versammelt helle (manchmal auch dunkle) Sentenzen, Aphorismen, Notizen und zwischendurch die schönsten Beobachtungen und erzählerischen Fragmente. Man wird das Buch nicht in einem Sitz lesen, eher darin blättern und Sätze finden wie: "Als ich jung war, wusste ich nicht, dass ich jung war" oder: "Kritikerwort: ,schonungslos' (als Lob). Die Kunst hat schonungsvoll zu sein. Sie ist die höchste Schonung. Schonungslos dürfen nur die Wichte sein."