Höhe Bogenstraße, Ecke Schlankreye im Hamburger Stadtteil Hoheluft. An dieser Kreuzung können wunderbare Freundschaften beginnen. Beide Tempo-30-Straßen werden in beiden Fahrtrichtungen von jeweils 1,50 Meter Radweg gesäumt. Deren Zusammenführung an der Kreuzung verläuft so irritierend, dass selbst die Radfahrer ausnahmsweise nicht wissen, wer gerade Recht hat. Dies ist noch eine preiswerte Velo-Route, sagt N. Sie spuckt das Wort eher aus, als dass sie es spricht. An anderen Stellen verlegen sie dafür rote Klinker. Und auch die haben sie schon zweimal ausgetauscht, weil sie nicht hübsch genug waren. Warum nicht gleich Eichenparkett? Es ist neun Uhr morgens, N. und der Motor werden langsam warm.

Bei Japanern geht das schneller als bei Deutschen, sagt sie. Der Japaner ist ein Auto. Die Deutschen sind wir. Und wir frösteln. Sechs Grad und Regen.

Einen Tick zu kühl, um den MX 5 offen zu fahren. N. ist Fernsehreporterin und rast auch in ihrer Freizeit gern. Ihr Auto bedeutet für sie eine Lebenseinstellung, und ein MX 5 steht für Autofahren in seiner ursprünglichen Form. Auf Nachfrage gesteht sie zwar die Existenz einer Servolenkung und einer beheizbaren Heckscheibe ein. Mit dem Asphalt aber fühlt sie sich durch die brettharte Federung auf Du und Du.

Der Blick aus der kleinen Windschutzscheibe erinnert an eine Schießscharte.

Das Elend da draußen ertrage ich um diese Zeit sowieso noch nicht, sagt N.

Durch die pädagogischen Grünphasen auf der Grindelallee geht es nur stückweise vorwärts. An jeder Ampel zwei Phasen warten, beschleunigen bis auf 60, auskuppeln, bremsen - dann beginnt das Spiel an der nächsten Kreuzung von vorn. N. hätte sich lieber einen TR 6 zugelegt, doch es fehlte ihr das Geld, dafür einen Mechaniker einzustellen. Der MX 5 dagegen ist zuverlässig, mögen ihre Z3-fahrenden Chefs das Auto auch als Friseusenmodell verspotten.

Wir sinnieren darüber nach, warum die Namen von Sportwagen immer aus knappen Kombinationen von Buchstaben und Ziffern bestehen, N. erwähnt, dass bei ihrem MX 5 für 100 Stadtkilometer 13 Liter an die Zündkerzen müssen. Super, natürlich. Bis man in Hamburg 100 Kilometer zurückgelegt hat, ist man allerdings alt und grau. Allein die neun zur Mönckebergstraße dauern eine halbe Stunde. Macht einen Schnitt von 18 km/h. Mit dem ÖPNV würde es noch mal 20 Minuten länger dauern, sagt N., deren besondere Sorge der Einspritzpumpe gilt. Das Geschleiche wird ihr noch einmal den Garaus machen. Auch N.s Freund, dem Asphalt, geht es nicht gut. Er ist ausgerechnet hier bei den Pfeffersäcken schlechter besohlt als in der Zone.