Wenn auf dem Grünen Hügel in Bayreuth über Kunst diskutiert wird, bleiben die Türen abgeschlossen und die Aufzüge werden abgestellt. Alles streng geheim, alles viel zu brisant für die Öffentlichkeit. 24 Stiftungsratsmitglieder suchen einen Festspielleiter. Wortlos huschen die drei Kandidatinnen Nike, Eva und Gudrun Wagner in den Sitzungssaal des Oberbürgermeisters. Wortlos huschen sie nach ein paar Stunden wieder davon. Auch die Politiker schweigen.

Kein Kommentar zur Lage der Wagner-Nation. Nur eine dürre Pressemitteilung verkündet am Ende, dass auch in Zukunft auf jeden Fall ein Spross aus dem Wagner-Geschlecht die Festspiele leiten soll. Sensationelle Neuigkeit. Und wenn nach der nächsten Verhandlungsrunde dann bekannt gegeben wird, dass dieser Wagner-Spross Wolfgang heißt und eine 34-jährige Berufserfahrung für die vakante Position mitbringt, kann die Bayreuther Zukunft endlich beginnen.