Zwanzig Minuten sind ein Witz. Zwanzig Minuten dauern die meisten Schauen, und genauso lange haben Designer und ihre Helfer im Hintergrund Zeit, ihre Arbeit der vergangenen sechs Monate zu präsentieren. Auch für Michel Gaubert muss das langen. Der Franzose wählt die Musik für die Kollektion von Balenciaga aus. Als er vor sieben Jahren für Chanel das erste Mal den Soundtrack für eine Show zusammenstellte, galt Musik noch als wenig beachtetes akustisches Ornament. Heute ist sie zentraler Bestandteil jeder Präsentation. Einige der Musiklieferanten für die Schauen sind nun selbst zu Stars geworden.

Frédéric Sanchez etwa begann 1988 mit 22 Jahren die ersten Songs für Designer wie Martin Margiela und Jil Sander auszusuchen. Seitdem hat er mit fast allen großen Designern gearbeitet: Prada, Versace, Gucci, Calvin Klein. Zudem spielt er in der eigenen Radiosendung seine Musik zu den aktuellen Kollektionen. Für die letzte Haute-Couture-Show von Givenchy wählte er Songs von Elektronikpopstar Aphex Twin und aus japanischen Zeichentrickfilmen.

Ähnlich wie die Musik haben auch andere Bereiche bei den Schauen an Bedeutung gewonnen. Die englische Zeitschrift i-D bezeichnete unlängst Stylisten wie Melanie Ward (für Helmut Lang) und Jane How (für Hussein Chalayan, Calvin Klein) als Geheimwaffen der Designer. Ähnlichen Status haben Make-up-Künstler und Haar-Stylisten. Guido Palau und Dick Page, die unter anderem für Balenciaga arbeiten, sind gefeierte Ikonen.