Die Mode lebt von denen, die sie kaufen. Und die teilen sich, mit einigen auserwählten Pressekoryphäen, die Plätze in der front row, der ersten Reihe.

Weil es eben viel mehr bringt, wenn Madonna ein Versace-Kleid trät, als ein großer Defilee-Bericht im Journal für die Frau. Inzwischen gibt es sogar ein Wort dafür: Celebrity Placement nennt sich die PR-Hascherei mit Stars. Es gibt große Agenturen, die gegen Aufwandsentschädigungen dafür sorgen, dass die richtigen Leute in der ersten Reihe sitzen. Das gilt natürlich nicht für Superstars wie Madonna, die dann doch lieber selbst entscheiden ob sie kommen.

Wen wird sie diesmal mitbringen?, fragt sich die Pariser Modeszene, für die Madonna die Krönung jeder Schau ist. In New York alberte sie in der ersten Reihe mit Schauspieler Rupert Everett herum. Der wich nicht von ihrer Seite und kassierte dafür den Spitznamen die Handtasche. Die Londoner Designer mussten auf Rupert verzichten, dafür hatte Madonna ihren angeblichen neuen Boyfriend Guy Ritchie im Schlepptau. Ob sie diesmal auch zu Balenciaga kommt?

Sie gilt als Fan des Hauses. 1998 wählte sie ein Balenciaga-Outfit für ihren Golden-Globe-Auftritt.

Oft zeigen sich auch die Schauspielerinnen Andie McDowell, Virginie Ledoyen und Emmanuelle Seigner bei den Prêt-à-porter-Schauen. Auch Jodie Foster kommt gerne, muss aber abwägen: Zu Versace kann sie nicht, da wäre ihr Freund und Hofschneider Giorgio Armani sauer. Zu den neuen Lieblingskunden der Modeschöpfer zählen neben Patsy Kensit, Courtney Love und Christina Ricci zunehmend männliche Fashion Victims, allen voran Will Smith und Sean Combs alias Puff Daddy. Der 29 Jahre alte Rapper trägt nicht nur Diamanten und Rosenkränze, sondern auch bevorzugt Gucci, Chanel, Armani und Versace. Der Dritte im Kreis der männlichen Fashionistas ist der Schauspieler und Regisseur Vincent Gallo. Gaultier, Givenchy, McQueen, Valentino und Dior haben ihm schon ein Plätzchen reserviert.

Kein Name macht den Modeschöpfern so viel Freude wie dieser: Mouna Ayoub. Die Exfrau des saudischen Milliardärs Nasser Al-Rashid bestellt ihre Kleider immer direkt bei den Designern. Sie gilt als die verschwenderischste der 200 Haute-Couture-Kundinnen. Vor ein paar Tagen ließ die Milliardärin bei Christie's in London mehr als 400 ungetragene (!) Kleider versteigern.

Immerhin: Der Erlös kommt der Kinderhilfe zugute.