Kakao war das Studienobjekt des smarten kalifornischen Ernährungsforschers Carl L. Keen von der Universität Davis. Sein Befund: Kakao ist gut fürs Herz.

Das braune Pulver enthält Flavonoide, und diese bremsen die Produktion von Blutplättchen (Thrombozyten), welche sich ihrerseits zu Blutpfropfen verklumpen können und so Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachen. Keens Kollege Cesar G. Fraga von der Uni Buenos Aires entdeckte zudem, dass Kakao die Bildung "schlechten" Cholesterins bremst.

Doch auf der Pressekonferenz war fast nur von Schokolade die Rede. Die, sagte Keen, könne "Teil einer gesunden Ernährung" sein. Gut gebrüllt, Professor!

Was aber ist mit Zucker und Fett in den Köstlichkeiten? Sollten Schleckermäuler, die sich mit Schokolade gesundessen wollen, nicht in Erwägung ziehen, dass sie vermutlich noch vor dem Gesunden an Verfettung sterben könnten? Fragen in dieser Richtung machten Kakaoforscher Keen seltsam stumm. Kein Wunder, zu seiner Linken saß Harold Schmitz von der Firma Mars.

Mars ist Sponsorin der Studien und an der Vermischung der Botschaft interessiert: Was für Kakao gilt, soll auch für Schoko-Riegel gelten. Wie groß die Schecks für die Forscher in Mars' Diensten sind, mochte Schmitz nicht erzählen. Das Bonmot des Tages lieferte er trotzdem: "Wenn du gute Wissenschaft willst, musst du dafür zahlen."

Die erste grobe Kartierung des menschlichen Erbgutes (Genom) wird demnächst verkündet. Während alle gespannt darauf warten, erklärte William Haseltine in einer topical lecture, die Jagd nach den menschlichen Genen sei schon längst vorbei. Bereits in zwei bis drei Jahren kämen die ersten Gen-Medikamente auf den Markt, verkündete er. Wie das? Haseltine, ehemals angesehener Aids-Forscher, hatte vor Jahren die Gunst der Stunde erkannt und eine Firma namens Human Genome Sciences gegründet. Deren Mitarbeiter fischen in Zellkulturen nach jenen Botschaften (in Form von RNA), die von Genen (in Form von DNA) abgelesen werden und als Blaupausen zur Herstellung von Eiweißen dienen. Aus diesen Botschaften lassen sich die biologisch aktiven Teile der zugehörigen Eiweiß-Gene einfach rekonstruieren - und genau die bergen laut Haseltine die Erbinformationen, denen die Pharmafirmen nachrennen. Inzwischen lägen bereits 95 Prozent aller hochaktiven Genpartien vor, 12 000 Gene seien vollständig entziffert. Allerdings können auch selten aktive Schalter durchaus lebenswichtig sein, schließlich beginnen Pubertät und Wechseljahre nur einmal. Die meisten Forscher vermuten deshalb im menschlichen Genom weit mehr als 100 000 Gene.

Von der dumpfen Genrobotik die gerade stattfinde, sei jedoch wenig zu erwarten, das habe das entzifferte Chromosom 22 gezeigt. "Dies hat nichts Neues gebracht", sagte Haseltine.