Die Familie kann sich niemand aussuchen. Ob sie reich ist oder arm, der Vater trinkt, die Schwester kreischt: Solange man klein ist, muss man sie ertragen.

Nur einen einzigen Ausweg gibt es: die Flucht in die Fantasie. Mit etwas Talent lässt sich daraus später sogar ein Beruf machen. Eine oder einer kann Bücher schreiben oder Filme drehen - und so die Schrecken der Kindheit in Kunst verwandeln.

Und wer weiß, vielleicht sind sie damit eines Tages, wenn schon nicht vergessen, so doch aufs erträgliche Maß geschrumpft.

Unser Film heute gehört zu dieser Art von Filmen, die einer sein Leben lang mit sich herumtrug, bis er ihn verwirklichen konnte. Weil er gedreht werden musste, weil es keinen andern Weg gab für ihn, als sich die Gespenster seiner Kindheit so noch einmal vor Augen zu führen. Um sich damit von ihnen zu befreien. Doch so schrecklich einerseits die Wirklichkeit ist, die er beschreibt: so poetisch und fantastisch ist auch die Welt der kindlichen Träume, sein Fluchtort. Alles findet sich hier: die Enge und der Gestank, die Düsternis und das Gefangensein, die Hässlichkeit und die Not. Und doch sitzt einer auf diesem Schrottplatz und träumt sich einfach davon. Liest und schreibt, entdeckt Poesie und Zärtlichkeit.

Und in alldem hält ihn die wilde Hoffnung, eines Tages ganz weit fortzugehen.

Und nie, nie mehr zurückzukehren.

Selten hat einer seine Autobiografie in derart dramatisch schönen Bildern erzählt. Keine Sozialstudie ist das, sondern ein magisches Kaleidoskop des Lebens mit Bildern aus der Tiefe der Seele.