Noch hat er auf dem Chefsessel von DaimlerChrysler Aerospace (Dasa) gar nicht Platz genommen, da legt sich Rainer Hertrich schon mit der Berliner Regierung an. Die Stellung der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie wäre "nachhaltig geschwächt", wenn die Bundesregierung das geplante Großraumflugzeug A3XX nicht in gleichem Maße bezuschusst wie die anderen Airbus-Partnerländer.

Berlin erwägt, statt eines rückzahlbaren Entwicklungskostendarlehens nur eine Bürgschaft zu geben. "Wenn die Förderung in Frankreich, Spanien und Großbritannien besser ist, müssen wir uns nicht wundern, wenn sich der Investitionsschwerpunkt verlagert", sagt Hertrich. Er befürchtet, dass sich dadurch Deutschlands Chancen im Wettbewerb um den Endmontagestandort des A3XX verschlechtern: "Mit welchem Argument soll ich meinen Partnern erklären, dass Investitionen in Arbeitsplätze und Standorte in Deutschland für Airbus insgesamt lohnend sind, wenn anderswo mehr für Airbus getan wird?" Die veranschlagten, jedoch umstrittenen Entwicklungskosten von rund 22 Milliarden Mark für den Airbus-Jumbo dürfen laut Gatt zu einem Drittel von der öffentlichen Hand getragen werden. Danach beläuft sich der Anteil aus den Staatskassen der vier Airbus-Länder auf 7,5 Milliarden Mark. Von Berlin erwartet Dasa ein Darlehen von 2,5 Milliarden Mark - zinsgünstig und rückzahlbar. Eine Bürgschaft bedeute dagegen, so Hertrich, einen Standortkostennachteil für Hamburg gegenüber Toulouse von 650 Millionen Mark.

Am 15. März tritt Hertrich die Nachfolge von Manfred Bischoff als Dasa-Chef an und wird neben seinem französischen Kollegen Philippe Camus die Geschäfte des europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens EADS führen.