Ein wenig lustlos wirkte DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp bei der Vorlage der Bilanz des deutsch-amerikanischen Autokonzerns in Stuttgart schon. Zwar konnte DCX, wie der Konzern in der Börsenwelt heißt, die erwarteten Rekordzahlen vorweisen - mehr verkaufte Autos, mehr Umsatz, mehr Profit - aber er hat dennoch Sorgen: Der anhaltend niedrige Aktienkurs "treibt uns natürlich sehr um". Eine richtige Erklärung wusste auch der nunmehr alleinige DaimlerChrysler-Boss nicht, außer: "Allgemein sind Autoaktien zur Zeit wohl nicht so attraktiv."

Für Anleger, die nur noch auf das Stichwort Internet reagieren, hatte Schrempp bereits vor Beginn des großen Branchentreffs auf dem Autosalon in Genf jedoch die erlösende Nachricht: Zusammen mit Ford und General Motors (GM) will DaimlerChrysler eine Internet-Plattform für den Einkauf installieren, Business to Business (B2B) heißt diese Variante auf neudeutsch.

Die gesamte Zuliefererkette soll so direkt an die Hersteller angebunden werden. Das könne die Kosten für ein Auto um rund 2000 Mark drücken, schwärmt Schrempp. Natürlich sei die Plattform auch offen für andere Hersteller.

Renault/Nissan und die meisten Japaner scheinen geneigt, der Allianz beizutreten.

Die deutsche Konkurrenz will vorerst ihre eigenen Wege gehen. Man sei "sehr weit" in Sachen Internet, sagt BMW-Chef Joachim Milberg, "vielleicht weiter als andere". Auch das BMW-System soll offen sein für andere Hersteller. Ganz allein will sich dagegen Volkswagen in die Internet-B2B-Welt stürzen. "Wir sind als Gruppe groß genug, dass sich ein eigener Internet-Verbund mit unseren Zulieferern lohnt", sagt Vorstandsmitglied Robert Büchelhofer.

Ob sich all die schönen Internet-Einsparträume auch realisieren lassen, muss sich freilich erst noch zeigen. Einserseits sind die Hauptzulieferer schon jetzt "zu 100 Prozent mit DaimlerChrysler elektronisch verbunden" (Schrempp), und bei anderen Herstellern sieht es ähnlich aus. Zudem sollen die Zulieferer auf dem InternetMarktplatz nicht geschröpft werden, und auch die vielen Mittelständler sollen nicht aus der Wertschöpfungskette fallen. Eine wahre Wundertüte also.