Die Stadt Mainz feiert im Jahr 2000 ihren größten Sohn: Johannes Gutenberg, den Erfinder des Buchdrucks. Der 600. Geburtstag des Mannes, den eine internationale Jury noch vor Columbus und Luther zum Man of the Millennium gewählt hat, soll eine Million Besucher nach Mainz locken - mehr als es zwei Rosenmontagszüge könnten.

Wann Gutenberg wirklich geboren wurde, weiß allerdings niemand so genau.

Irgendwann zwischen 1393 und 1404 wird es gewesen sein, weshalb in Mainz bereits 1900 beschlossen wurde, den Geburtstag jeweils zum Jahrhundertwechsel zu feiern.

Der Startschuss zum Jubiläumsmarathon fällt am 16. April. Gutenberg. aventur und kunst heißt das Großprojekt, zu dessen Start das Gutenberg-Museum, das fast zwei Jahre lang geschlossen war, wieder eröffnet wird. Zu sehen sind dort unter anderem eine nachgebaute Gutenberg-Presse und mehrere der noch erhaltenen 42-zeiligen Gutenberg-Bibeln. Ein begehbarer Stadtplan des 15.

Jahrhunderts und eine Multivisionsschau versetzen die Besucher in die Mainzer Vergangenheit. In der biografischen Abteilung entführen mittelalterliche Exponate in die Lebenswirklichkeit des ersten Druckers. Für Kinder wird fünfmal pro Woche ein Gutenberg-Marionettenstück aufgeführt.

Das Mainzer Landesmuseum zeigt vom 16. April bis zum 3. Oktober jubiläumsgerecht Tafelgemälde aus dem Mittelalter, im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum werden mittelalterliche Tapisserien ausgestellt, und im Naturhistorischen Museum ist zu sehen, aus welchen Rohstoffen Bücher entstehen.

Den Folgen von Gutenbergs Erfindung widmen sich wechselnde Ausstellungen im Gutenberg-Pavillon am Rheinufer: Ein Student der Mainzer Fachhochschule für Architektur und Kommunikationsdesign hat den Stahl- und Glaspalast entworfen.