Ein Leser ist genervt. Existiert denn kein Restaurantführer, der nicht nur Betriebsferien und die Spezialitäten der gastronomischen Betriebe auflistet, sondern auch Auskunft darüber erteilt, ob man zwischen Paffern sitzen muss oder ob der Wirt eine Abteilung für Nichtraucher eingerichtet hat?

Sodann beschreibt der Leser alle Nachteile eines mit Tabakrauch geschwängerten Restaurants, vom Aromenverlust der Speisen über die Schädlichkeit des Passivrauchens bis zu den stinkenden Textilien, welche zu Hause den Inhalt seines Kleiderschranks infizieren. Der Mann ist nicht allein. Rauchen im Restaurant wird allgemein als Belästigung empfunden. Nach meinen Beobachtungen gibt es aber kaum noch Raucher.

Natürlich gibt es sie noch, massenweise. Aber anders als früher ist Rauchen ein Klassenmerkmal geworden. Arrivierte, elegante Menschen rauchen kaum noch.

Deshalb halte ich einen entsprechenden Vermerk in den Restaurantführern für überflüssig - sofern sie nur die guten und besseren Restaurants beschreiben.

Was verstehen Sie denn unter >eleganten Menschen<?, ereifert sich jetzt ein anderer Leser. Ist einer elegant, wenn er Brioni-Anzüge trägt, gleichzeitig aber als Zigarrenraucher berüchtigt ist?

Ja, ja, die Zigarren. Sie sind plötzlich populär geworden. Wahrscheinlich als Protest gegen die Political Correctness des Nichtrauchens. Doch Zigarren sind auch ein Statussymbol wie der Wellness-Bereich im Eigenheim, und deshalb wäre es leichtfertig, Zigarrenraucher als normale Paffer einzuordnen.

Der nikotinabhängige Raucher raucht Zigarren nur, wenn er sie sich leisten kann. Im teuren Spitzenrestaurant ist er deshalb am richtigen Ort für seine Selbsteinschätzung. Er genießt es sichtlich, wenn ihm der Kellner mit einem einen halben Meter langen Streichholz die Cohiba anzündet.