Seit der Computermesse Cebit wissen wir ja, wie man in der Wirtschaft der Zukunft - Pardon, New Economy - seine Brötchen verdient: Man spart sich zum Beispiel exakte Produktbezeichnungen. Jetzt reden alle von Mobiltelefonen und meinen damit Apparate, die Musik abspielen und bei Amazon Bücher einkaufen (wer liest eigentlich noch Bücher?). Mobilcomputer können künftig Live-Bilder aus der Kneipe ins Internet übertragen, Kraftfahrzeuge können im Parkzustand mit Aktienoptionen handeln und mit dem Gewinn wahrscheinlich Strafzettel bezahlen. Und eigentlich wissen wir schon, dass auch diese Zukunftsgeräte von gestern sind - Kästen aus Plastik, Blech und Silikon, die etwa vom Handy-Marktführer Nokia aus Finnland in die ganze Welt geliefert werden müssen. Den richtigen Swing bekommt ein Aktienkurs in der New Economy bekanntlich erst, wenn man gar nichts mehr herstellt, folglich auch keine Transportkosten hat und sich dabei über beide Ohren verschuldet. Aber ist das alles noch richtig so? Wird da nicht auf Luft gebaut? Dürfen hoch verschuldete Turnschuhträger einfach ehrbare Industrieunternehmen schlucken?

Da flattert eine Nachricht in die Redaktion, nach der der amerikanische Broker und New-Economy-Prophet Charles Schwab gerade einen Warnschuss abgefeuert hat. Er hat ein paar vielgehandelte Internet-Werte aus dem Programm seiner Firma genommen. Der Grund? Die Emporkömmlinge haben tatsächlich ihre Aktienabrechnungen nicht elektronisch abgewickelt, sondern auf PAPIER (so heißt der Stoff, den sie früher in Finnland aus gemahlenen Bäumen hergestellt haben). Klares Wachstumshemmnis: Die halten den ganzen Betrieb auf.