Ich fürchte, Sie irren bei der Annahme, der "Standort Deutschland" könne in Sachen Zukunft auf "schönes Spielzeug" verzichten. Bedauerlicherweise treten technische Neuerungen nämlich nicht als ausgereifte, Rendite abwerfende Produkte ins Leben. So war das Motorflugzeug bis Mitte der zwanziger Jahre für Zivilisten von keinerlei Nutzen und hat lediglich im Ersten Weltkrieg als Waffe breitere Verwendung gefunden. Solch ein Produkt würde man heutzutage als unnütz und überdies politically incorrect bezeichnen.

Ich bin allerdings kein Ingenieur, sondern Physiker. Deswegen frage ich mich, welche Konsequenzen Ihre Kriterien hätten, wenn sich die Wissenschaftler wirklich daran hielten. Wissen Sie, was Werner Heisenberg 1930 einem Reporter auf die Frage "Herr Doktor, was bedeutet Ihre Quantenmechanik für den Wirtschaftsstandort Deutsches Reich?" gesagt hätte? Der Arme hätte nichts antworten können. Aber ohne seine Theorie wären Laser, Halb- und Supraleiter, Nanotechnologie und vieles mehr nicht existent. Bedenkt man, dass die Maxwellsche Elektrodynamik 20 Jahre bis zur "Anwendung" Funk brauchte, die Quantentheorie 30 bis 40 Jahre und Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie ein halbes Jahrhundert, so ist mir klar, dass man auch weiterhin völlig nutzlos erscheinende Theorien und Prototypen wird alimentieren müssen, um nicht komplett ins Hintertreffen zu geraden.

Jakob Großer, Göttingen

Endlich ist er weg, der Transrapid. Richtig stellt Schmid fest, dass Deutschland nicht gerade technikbegeistert ist. Allerdings hinken seine Vergleiche mit der Concorde und dem Schnellen Brüter doch sehr. Ich habe weitere parat: Philipp Reis erfand das Telefon - vermarktet in den USA

Göbel erfand die Glühbirne - vermarktet in den USA

Gustav Weisskopf aus Leutershausen vollführte den ersten motorisierten Flug - vermarktet in den USA.

Eberhard Dietrich, Celle