Die Induktive Zugsicherung ist seit langem auch an Baustellen vorgeschrieben, jedenfalls bei größeren Geschwindigkeitsänderungen. Ein Indusi-Magnet wird einfach ans Gleis geschraubt (gegebenenfalls natürlich auch am Gegengleis).

Er kommt übrigens sogar ohne Stromversorgung aus.

Ich kann nicht verstehen, warum eine schriftliche Dokumentation der Geschwindigkeitsbegrenzungen - zusätzlich zur Signalisierung an der Strecke - museumsreif sein soll. Wie sonst sollte der Lokführer sich vorab informieren?

Sollte er vielleicht im Internet surfen oder einen Lokaltermin machen? Die Aussage ist lächerlich.

Etwas viel Wesentlicheres ist Herrn Straßmann entgangen: Das Indusi-System hat eine Schwachstelle, über die es sich wirklich zu diskutieren lohnte. Es ist in bestimmten Situationen inhärent unsicher, und eine solche Situation hat möglicherweise auch in Brühl vorgelegen.

Dr. Eberhard Hierholzer Münster

Sie empfehlen den Einbau von Satellitennavigationssystemen (GPS), wie sie im Speditionsgewerbe schon lange genutzt würden. Dazu ist deutlich zu sagen, dass GPS allein keinerlei Sicherheit bietet, wie auch der neueste Lkw-Unfall mit sieben Toten auf der Autobahn A 6 bei Sinsheim zeigt. Der eigentliche Skandal ist nicht das teilweise altmodische, aber grundsätzlich sehr sichere Bahnsystem, sondern die Tatsache, dass Lkw-Fahrer in ihrem Fahrverhalten von keinerlei technischer Sicherung unterstützt werden, sei es die Nichtbeachtung von roten Ampeln, überhöhte Geschwindigkeit im Nebel oder bei Nässe, zu geringer Abstand, Einschlafen am Steuer - nichts davon wird technisch verhindert, obwohl dies ohne großen Aufwand möglich wäre. Hier liegt die eigentliche Aufgabe eines kritischen Journalismus: Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass jede Woche mehr als 100 Menschen im deutschen Straßenverkehr getötet werden.