Dr. Wolfgang Kreher Kesselsdorf

Der Bund glaubte, die Bahn in die Marktwirtschaft entlassen zu können, ohne die Wettbewerbsvoraussetzungen zu schaffen.

Ein Hauptfehler der Bahnreform ist das Vollkostendeckungsprinzip bei der Trassenfinanzierung. Außerdem führt die Ungleichbehandlung bei der Mineralölbesteuerung, der Ökosteuer und der Mehrwertsteuer sowie die geplante Beteiligung an den Grenzschutzkosten zu weiteren Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der Deutschen Bahn.

Diese Entscheidung hat einen ruinösen Wettbewerb im Güterverkehr ausgelöst.

Die Folge ist, dass der erwartete Verkehrszuwachs im Schienengüterverkehr nicht eingetreten, jedoch ein verheerender Preisverfall im Schienengüterverkehr zu verzeichnen ist. Dieser Kostendruck wurde bei der DB AG durch Rationalisierung und Personalabbau an die Beschäftigten weitergegeben.

Die Belastungen werden weiter steigen. Eine Kürzung der notwendigen Ausbildung und die Absenkung des Lohnniveaus verringern die Attraktivität auch der Lokomotivführerarbeitsplätze. Der Zusammenhang zwischen den vielen Verspätungen und den Unregelmäßigkeiten bis hin zu Unfällen könnte sich einem aufdrängen.

Günther Kinscher, Bebra Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL)