So leicht kann es sein, Millionär zu werden. Man hätte lediglich vor einem knappen halben Jahr 100 000 Mark in den Börsengang von Pixelpark investieren müssen. Eine Menge Leute scheinen das geahnt zu haben, denn die Emission war - obwohl damals an der Wachstumsbörse Neuer Markt eher Flaute herrschte - 20fach überzeichnet. Seither verläuft der Kurs der Pixelpark-Aktie nur in eine Richtung: aufwärts. Am 20. März wird der Newcomer in den Nemax aufgenommen, den Index der 50 größten Titel des Neuen Marktes. Und Paulus Neef, Vorstandsvorsitzender von Pixelpark, verströmt weiter Optimismus: "Unsere Geschichte hat gerade erst begonnen."

Vor neun Jahren, als 30-Jähriger, hat Neef das Unternehmen gegründet, das heute mit fast 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von 54 Millionen Mark im Geschäftsjahr 1998/99 als größte deutsche Internet-Agentur gilt. Technisch Versierten verrät bereits der Name die Branche: Pixel ist der kleinste Bildpunkt auf dem Computermonitor. An Pixelpark wenden sich Firmen, die ihren Web-Auftritt einrichten, ausbauen oder neu gestalten wollen.

Die Aussichten sind gut, schon weil in den kommenden Jahren immer mehr Geschäfte via Internet abgewickelt werden. Die Beratungsgesellschaft Gartner Group geht davon aus, dass der Online-Handel zwischen Firmen und Privatkunden in den kommenden fünf Jahren weltweit von heute 31 auf 380 Milliarden Dollar steigen wird, der E-Commerce zwischen Unternehmen (Business to Business) sogar von 145 auf 7290 Milliarden.

Wie stark Pixelpark von der zunehmenden Bedeutung des Internet profitieren kann, wird auch davon abhängen, ob die Agentur, die zurzeit 13 Niederlassungen besitzt, schnell genug international expandiert. Schon drängen amerikanische Konkurrenten wie Razorfish und Proxicom verstärkt nach Europa. Der weltweit größte Internet-Dienstleister, USweb/CKS, ist bereits mit 280 Mitarbeitern in Deutschland präsent. Um nicht überrollt zu werden, kauft Pixelpark zu: Vergangenen Sommer übernahm die Agentur zwei Internet-Dienstleister in Österreich und der Schweiz, vergangene Woche die East-Europe.Com Data AG in Wien. Als Garant dafür, dass den Hamburgern finanziell nicht die Puste ausgeht, gilt nicht zuletzt Mehrheitsaktionär Bertelsmann. Die Experten von Dresdner Kleinwort Benson Research sehen daher "keinen Grund, weshalb sich Pixelpark schlechter als der Markt entwickeln sollte".

"Das Unternehmen ist in jeder Hinsicht hervorragend positioniert", sagt auch Michelle Lang, Analystin des Bankhauses Sal. Oppenheim. Trotzdem will sie einen Kauf der Aktie nicht empfehlen. Pixelpark sei, auch im Vergleich zu anderen Unternehmen der gleichen Branche, einfach zu teuer. Dresdner Kleinwort Benson Research errechnete Ende Januar einen fairen Preis von 115 Euro. So bleibt wohl als einzig vernünftige Strategie, abzuwarten, bis der Run auf die Internet-Titel Pause macht - und die Millionärsträume vorerst zu begraben.