Die Gesellschaft für Konsumforschung teilt mit, dass das Zuschauerinteresse an der Fernsehshow Big Brother weiter gesunken ist. Vier Männer und eine Frau hatten sich vor Wochen bereit erklärt, jeden ihrer Schritte von 28 Kameras und 60 Mikrofonen überwachen zu lassen. Die Spielregeln sind streng: Kein Wort über eine mögliche Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz, wer sie verletzt, ist draußen. Als Ersten traf es vergangenen Sonntag Volker Rühe. Zuvor hatte er bereits über Halsweh geklagt und darüber, dass er sich krank und schlapp fühle. Im Talkstudio befragt, was er im Nachhinein von dem Experiment halte, sagte er: "Hmmm ... ich bin froh und glücklich, dass ich dabei war. Nach wie vor und, äh ..., ich werde da weiter zusehen, weiterhin - und den anderen auf alle Fälle viel Glück." Die vier verbliebenen Kandidaten sind Lothar Matthäus, Didi Hallervorden, Harald Juhnke und Nadja Abdel Farraq. "Naddel" räumt man die größten Chancen ein, weil sie erstens eine Frau, zweitens aus dem Nahen Osten und drittens noch frisch und unverbraucht ist. Auf dem Wiener Opernball wurde sie an der Seite des Baulöwen "Mörtel" Lugner gesichtet, aber mehr als ein Sphinx-Lächeln war ihr nicht zu entlocken, nicht einmal von den Debütantinnen, die eine Torte gebacken hatten, mit der Aufschrift "Prima, wir wollen Nadja!"

Unterdessen warnen die Landesmedienanstalten vor den Folgen der Quotensucht. Nachahmer der umstrittenen Show könnten versucht sein, zu "härteren Formaten" zu greifen. In Vorbereitung sind angeblich: Morgen kommt der Nikolaus (Helmut Kohl), Die Apokryphen, ungekürzt (Johannes Rau) sowie die Aufklärungsreihe Brutalst-TV (Roland Koch). Ein Eingreifen der Medienaufsicht ist nicht auszuschließen.