Über die Politik im Allgemeinen wissen wir alles. Über die FDP erst recht. Die ist ja geradezu Inbegriff dessen, was wir von der Politik zu kennen glauben. Und was uns am übermächtigen Parteienstaat nicht passt.

Abgekoppelte Apparatschiks, karrieristisch und machtversessen. Kochen ihr parteipolitisches Süppchen, verantwortungslos und voll "am Volk vorbei" - wie der hauptberufliche Parteienkritiker Hans Herbert von Arnim sagen würde.

Haben wir nicht erst am vergangenen Wochenende in Hessen wieder erlebt, voll staatsbürgerlicher Empörung oder schon ganz abgestumpft, wie sich diese Ministerin Wagner um jeden Preis an ihren Dienstwagen klammert, statt CDU-Lügenbold Koch den Laufpass zu geben. Der ist sowieso jenseits von gut und böse.

Alles nicht ganz falsch, gewiss. Aber man mag es einfach nicht mehr hören.

Denn nicht stark und übermächtig sind die Parteien heute, sondern schwach in Wirklichkeit, ausgezehrt, am Ende ihrer Kraft. Deshalb ziehen sie sich auf sich selbst zurück, hängen am Tropf des Staates, kehren einer individualisierten Gesellschaft den Rücken, die sie - absurderweise - zugleich verachtet und als monströse Popanze dämonisiert. Es braucht nicht viel Mut und erst recht keinen neuen Gedanken, um heute noch auf die Parteien einzudreschen. Sechs Millionen Einwohner hat Hessen, 300 Aktivisten die hessische FDP. Nur so als Beispiel. Und da sollte nichts ändern können, wer es wirklich wollte?

Nein, viel ist es nicht mehr, was wir von den Parteien wissen. Noch weniger, wie es weitergeht, wenn sie einmal ganz zuschanden sind.