Michael L. Dertouzos: What will be. Die Zukunft des Informationszeitalters

Springer Verlag, Wien/New York 1999

492 S., 68,- DM

In die Zukunft zu sehen und Auskunft zu geben über das, was kommen soll, ist das Vorrecht von Propheten, Sehern und - natürlich Informatikprofessoren.

Michael L. Dertouzos, langjähriger Leiter des Informatik-Institutes am MIT, nutzt für sein Buch What will be den Überblick, den er in dem Bostoner Forschungsinstitut gewinnen konnte.

Die informationstechnische Zukunft, von hoch entwickelter Hard- und Software ermöglicht, ist die Welt einer wachsenden Zahl von Optionen: So kocht die Küche des nächsten Jahrhunderts auch ohne Koch, aber natürlich kann der Besitzer weiterhin selbst Hand anlegen. Während solche intelligenten Automatisierungen den Benutzer von Arbeit entlasten können, stellt das so genannte Bodynet dessen Träger in einen wirbelnden Strom zahlloser Informationsangebote und fordert vom Menschen die Fähigkeit, auszuwählen und wegzulassen, was er nicht braucht. Das Bodynet besteht aus einer Brille mit klaren Gläsern, einem winzigen Mikrofon plus Kopfhörer sowie einem zigarettenschachtelgroßen Sendeempfänger. Die Technik lässt den Nutzer beim Spaziergang telefonieren, spiegelt bebilderte Nachrichten in die Brille oder tauscht mit einem entgegenkommenden Bodynet-Träger persönliche Daten im Stile einer Partnerschaftsanzeige aus.

Einen weiteren Schritt in Richtung einer Verschmelzung von Mensch und Technik ermöglicht die "erweiterte Realität": Eine künstliche Darstellung überlagert dabei simultan die erlebte Wirklichkeit des Nutzers. So könnten Sie sich künftig ihrer reparaturbedürftigen Waschmaschine mit einer datenverarbeitenden Spezialbrille nähern. Je nachdem wohin Sie den Kopf wenden, zeigt eine Videoeinspielung auf dem Brillenglas, wo Sie welches Werkzeug ansetzen sollen. Erprobt wurde ein solches Konzept bereits für Laserdrucker an der Columbia University.