Was ein t im Namen alles ausmachen kann. In diesem Fall verwandelte es ein heruntergekommenes, längst stillgelegtes Gaswerk in das lichtdurchflutete und komfortable Gastwerk, Hamburgs erste Designherberge.

Noch ist das Leben allerdings eine Baustelle rund um das neueste Objekt in der hiesigen Hotellandschaft. Und sogar drinnen, in der kathedralenartigen Eingangshalle, laufen dem Besucher dann und wann einige Mitglieder der Handwerkerzunft über den Weg. Doch in Kürze soll endlich auch die letzte Abdeckplane gelüftet sein in dem Mitte Januar eröffneten Haus, das hinter den gewaltigen Backsteinmauern norddeutscher Industriearchitektur nun auf Auslastung wartet.

Nur eine weitere Bettenburg in der an Konkurrenz nicht eben armen Stadt?

Nein, denn diese, wie Verkaufsrepräsentantin Tanja Heitgres betont, kommt nicht von der Stange. Weder Plüsch noch Pomp noch Perserteppiche. Stattdessen verströmen alte Maschinen, Rohrleitungen, unverputzte Wände den vergangenen Charme der Industrie, den der Hamburger Architekt Klaus Peter Lange erhalten und mit kühlem Design kombiniert hat.

Die geräumigen Zimmer heißen hier Loft oder Atrium und sind eine Augenweide: Schnörkellose Möbel, warme Farben, schöne Stoffe, Holz und Naturstein schaffen eine entspannte Atmosphäre, die auch durch technische Errungenschaften wie TV und CD-Player, Video und Computermodem nicht nennenswert gestört wird. Das Vorhaben von Direktor Kai Hollmann, einen Markt, der kaum mehr Überraschungen bietet, durch etwas Außergewöhnliches zu bereichern, scheint geglückt.

Nun muss nur noch jene Klientel anbeißen, auf der das Hauptaugenmerk des Managements ruht: die Geschäftsreisenden. Denn vor allem sie sollen das alte Arbeiterviertel Bahrenfeld ansteuern. Das allerdings zählt kaum zu den attraktiven Standorten der Hansestadt und liegt nicht gerade auf dem Weg zur City oder zum Flughafen. Immerhin ist die Elbe nicht weit, und als Belohnung für die etwas umständliche Anreise wurde mit Platz für Tagungsgäste gewuchert: Es gibt fünf großzügig bemessene Konferenz- und sechs Gruppenarbeitsräume sowie, für den Espresso zwischendurch, eine Business-Lounge mit Wasserfall und himmelblau unterlegtem Kunstbächlein. Zum Relaxen laden auch die Bar und das Restaurant mit Italo-Küche ein. Wenn aber selbst dort der Stress eines beinharten Arbeitstages nicht weichen will, hilft immer noch der Rückzug aufs Zimmer, in meditative, asiatisch anmutende Schlichtheit. Feng Shui ist schließlich überall. Warum nicht auch in Bahrenfeld.

Gastwerk Hotel, Daimlerstraße, 22761 Hamburg, Tel. 040/89 06 20, Fax 890 62 20, Internet www.gastwerk-hotel.de Zimmerpreise von 195 bis 300 Mark.